May 03

Thesenpapier von Bernd Streich

basierend auf dem Vortrag von Herrn Prof. Streich beim 5. Internationalen Symposium des Planungsnetzwerks geo-Innovation in Karlsruhe am 19. April 2012. Es handelt sich dabei
um die gekürzte Fassung eines Kapitels einer in Vorbereitung befindlichen Buchpublikation.

Prof. Bernd Streich, Computergestützte Planungs- und Entwurfsmethoden, TU Kaiserslautern Neue Planungsansätze durch die Wissensgesellschaft?

Prof. Bernd Streich: Neue Planungsansätze durch die Wissensgesellschaft? Planungsnetzwerk GeoInnovation am ZKM in Karlsruhe

“Die Stadtplanung in ihrer heutigen Form ist eine Erfindung des 19. Jahrhunderts. Sie ist aufs Engste verbunden mit den Bedingungen und Bedürfnissen der sich entfaltenden Industriegesellschaft. Für urbane Räume wurden Konzepte und Methoden entwickelt sowie Institutionen geschaffen, die dazu dienten, die ständig wachsenden und von industriellem Wirtschaften geprägten Siedlungsstrukturen räumlich zu organisieren.
Diese Epoche des Zergliederns, des Separierens und des Aufteilens hat der Stadtplanung ihren Stempel aufgedrückt. Das Zeitalter der Industriegesellschaft neigt sich nun seinem Ende zu und wird allmählich überformt durch eine Art Netzwerkgesellschaft (Manuel Castells, Yochai Benkler), in der sich das Wissen als die wesentliche ökonomische Ressource konstituiert und deren prägendes Merkmal die immer neu sich strukturierenden relationalen Funktionalitäten sind. Ein solches Funktionsgefüge ist in allen gesellschaftlichen Kontexten festzustellen, stellt mit den relationalen Informationsstrukturen eine Eigenschaft des Internets dar und wird sich letztendlich auch prägend auf Raum- und Siedlungsstrukturen auswirken.
Es stellt sich dabei die Frage, ob und inwieweit die neue Epoche zu einer neuen Stadtplanung führt oder ob wir nicht gar einen völlig anderen Denkansatz für die Stadtplanung in der Netzwerkgesellschaft benötigen. Weitere Fragen schließen sich an: Etwa die Frage, auf welche Weise künftig neue Inhalte definiert werden. Oder die Frage, auf welche Art und Weise städtebauliche Konzepte in Zukunft entworfen werden. Ist dann vielleicht auch darüber nachzudenken, das stadtplanerische Methodenrepertoire zu erweitern? Sind die Organisationsstrukturen der Stadtplanung, wie wir sie kennen, überhaupt noch zeitgemäß? Muss vielleicht das institutionelle Gefüge der Stadtplanung insgesamt überdacht werden? Wie steht es um das Thema Partizipation, ein zentrales Thema im Gefüge und Denken demokratisch legitimierten Handelns?”

Der komplette Text steht nachfolgend zum Download auf der Seite des PNGIs bereit.

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Sep 28

Zu dem Netzwerktreffen Süd lud die Bundesstiftung Baukultur in Kooperation mit der Architektenkammer Baden-Württemberg, Kammergruppe Ulm/Alb-Donau-Kreis, dem architekturforum.kempten e.V. und dem Fachgebiet Architekturkommunikation (a*komm) am Karlsruher Institut für Technologie (KIT) am 29. Juni 2011 ein. Im Stadthaus in Ulm diskutieren diesmal Baukulturvermittler, -akteure und -institutionen aus den Bundesländern Baden-Württemberg und Bayern zum Thema „Baukultur ist Partizipationskultur“. Die Bedeutung von öffentlicher Beteiligung im baukulturellen Bereich nimmt nicht zuletzt aufgrund von Stuttgart 21 einen zunehmenden Stellenwert bei Bauvorhaben und Planungsprozessen ein. In diesem Sinne war es Ziel des Netzwerktreffens zu hinterfragen, wie zeitgemäße Beteiligungsverfahren als Form der Baukulturvermittlung umgesetzt werden können. Die Dokumentation mit den ausführlichen Inhalten finden Sie hier.

[www.bundesstiftung-baukultur.de]

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