Apr 12

Emotionale Stadtkartierung in der Innenstadt

Die Lehrveranstaltung „Umweltinformationssysteme“ vermittelt neben der Anwendung Geographischer Informationssysteme und Geodaten Kenntnisse der emotionalen Stadtkartierung und Einblick in neue Technologien wie das Tagging mit Mobiltelefonen. Durch diese technischen Möglichkeiten ist ein facettenreicher Blick in die Stadt möglich. Dieser soll unter planerischen Gesichtspunkten bewertet werden. Hauptaugenmerk wird darauf liegen, wie mit den entsprechenden Daten umgegangen werden kann, wie sie analysiert und bewertet werden können.

Fallbeispiel wird die Innenstadt von Saarbrücken im Bereich des Umgestaltungsprojektes „Stadtmitte am Fluss“/„Berliner Promenade“ sein. Hierbei wird eine Route mit den entsprechenden Messinstrumentarien abgegangen, um die jeweiligen Wirkungen auf den Probanden zu erfassen und zu visualisieren. Verschiedene stadtcharakteristische Bereiche (Fußgängerzone, Promenade, Verkehrsknotenpunkte etc.) werden Elemente dieses Parcours sein. In einer einführenden Phase werden Stadtraumanalysen sowie die Grundlagen der emotionalen Messung behandelt, welche den praktischen Teil vorbereiten. Des Weiteren wird das Tagging von Stadtraumsituationen mit Mobiltelefonen ein Element der Datenerfassung darstellen.

Zu den vermittelten Kenntnissen des Seminars gehören:

  • Datenerfassung, Georeferenzierung und Datenmanipulation mittels GIS
  • Grundlagen und Durchführung der emotionalen Stadtkartierung
  • Grundlagen und Durchführung des Taggings mit Hilfe von Mobiltelefonen
  • Durchführen von Geoanalysen und Visualisierungen
  • Präsentation von Daten

Ergänzend zu vorangegangenen Forschungsprojekten soll nun im Spannungsfeld Innenstadt der Mensch als Sensor betrachtet werden und seine indirekten Empfindungen (Messung mit SMART-Bändern) sowie direkten Empfindungen (Tagging via Mobiltelefon) gemessen werden. Wie diese Daten analysiert, visualisiert und schließlich auch bewertet werden können stellt den Schwerpunkt dieses Seminars dar.

Leistungen

Neben der Raumanalyse stellt die Einarbeitung in die Messmethodik ein Element des Seminars dar. Weiterführende Vertiefungen in die Softwareumgebung von GIS-Programmen zur Visulisierungen stellen den zweiten Schwerpunkt dar. Zu den zu erbringenden Leistungen gehören eine Raumanalyse, Durchführung einer Messreihe vor Ort sowie eine Auswertung der Daten.  Zusammengefasst wird dies in einem Endbericht.

Das Seminar ist in Gruppen zu bearbeiten und soll neben den produzierten Karten und Daten auch eine wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema beinhalten. Weiterhin beabsichtigt sind eine Zwischenpräsentation sowie eine Endpräsentation.

Termine

Am 25.04.12 um 14.00h wird die Einführungsveranstaltung im CPE-Lab durchgeführt. Nähere Infos hierzu auf unserer Website.

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May 11

GEOwebportale

Der Einsatz von neunen Medien steigt beständig in einer Vielzahl von Bereichen, und auch das traditionelle Stadtmodell aus Holz oder Polystyrol wird durch dreidimensionale Stadtmodelle auf Basis von Computerdaten ersetzt. Dieses Feld ist aber aufgrund der vielen Sonderwege, welche die Kommunen wählen, noch nicht abschließend erfasst worden. Aus diesem Grund haben Städte häufig in unterschiedlichen Ausformulierungen Erfahrungen mit dem Einsatz von dreidimensionalen Stadtmodellen gesammelt. Was an dieser Stelle fehlt, ist eine übergreifende Evaluation, die die Vor- und Nachteile erarbeitet, die eine dreidimensionale Modellierung des Stadtbildes bietet, sowie die Potentiale aufzeigt , die sich daraus ergeben.

Ziel dieser Diplomarbeit ist die Entwicklung von Methoden zur Modellierung und Visualisierung von geodatenbasierten, interaktiven dreidimensionalen Stadtmodellen und deren Einsatz in Planungsprozessen. Hierbei wird auch auf die Skalierbarkeit des Stadtmodelles und die Erstellung der Planinhalte in einer CityGML-basierten 3D-Repräsentation geachtet. Dabei soll insbesondere evaluiert werden, in welchen Bereichen der Planung eine signifikante Verbesserung der Planung oder eine Effizienzsteigerung durch den Einsatz erzielt werden kann. Außerdem ist die Akzeptanz der dreidimensionalen Stadtmodelle bei den unterschiedlichen Akteursgruppen und den für sie erforderlichen bzw. ausreichenden Detailgrad des Stadtmodelles von Interesse. Schließlich wird über einen Web Perspective View Service oder einen frei verfügbaren Geodatenviewer die Bereitstellung des 3D-Datensatzes für die Öffentlichkeit oder innerhalb der Behörden ermöglicht. Mit dieser Zielsetzung soll Kommunen, die bezüglich des Einsatzes von dreidimensionalen Stadtmodellen in der Entscheidungsphase stehen, eine Handreichung zu deren Rahmenbedingungen gegeben werden.

Diplomarbeit zum Downloaden

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May 14

Vortrag auf der REALCORP 2008 von Peter Zeile, gemeinsam mit Dr. Jorgos Papastefanou und Stefan Höffken

Google Earth wird im Bereich der Stadtplanung zunehmend als (Hilfs-)Werkzeug für klassische Arbeitsbereiche genutzt. Durch die Kombination mit anderen Programmen und Technologien bieten sich nun Möglichkeiten für die Disziplin, um neue Bereiche und Methoden zu erschließen. In Kombination mit GPS werden unter dem Begriff des Geotagging z.B. Bilder und andere Informationen mit ihren Koordinaten versehen und können damit ortsbezogen in Google Earth eingebunden und verlinkt werden. Insbesondere durch Mashups werden Informationen zunehmend verortet. Daten werden damit nicht nur in ihren inhaltlichen, sondern auch räumlichen Kontext gesetzt. Gerade für eine raumbezogene Disziplin bietet sich hier enormes Potential, denn Raumwissen kann zunehmend einfacher in den Raum gebracht werden. Neben diesen „statischen“ Daten können zunehmend auch Bewegungen aufgezeichnet und dargestellt werden. Durch das Tracken von Bewegungen (z.B. von Taxen, Personen, etc.) werden ortsbezogene Daten um die zeitliche Dimension ergänzt. Dies ermöglicht z.B. die Visualisierung von Bewegungsmustern. Auch hier dient Google Earth als guter Viewer, denn neben der grafischen und georeferenzierten Darstellung bietet es die Möglichkeit der Animation (Zeitleistenfunktion).
Tracks in Mannheim
Mit diesen technischen Entwicklungen können Städte anders kartografiert und somit anders analysiert und verstanden werden. Denn gegenüber klassischen Karten, sind hiermit „dynamische“ Karten möglich. Dabei werden allerdings „harte Informationen“ (Fakten) kartografiert. „Weiche Informationen“, wie
emotionale Reaktionen oder affektive Befindlichkeiten, die insgesamt zum Wohl- und Unwohlbefinden am jeweiligen Ort beitragen, werden hierbei nicht erfasst. Diese Lücke will das Projekt „Ein emotionales Kiezportrait“ schließen. Explorativ wird in unterschiedlichen Projekten untersucht, wie Menschen einen Stadtraum emotional erfahren.

Das komplette Paper hier.

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