Oct 10

Start: 24.10.12 – 14.00 – cpe_lab

„Die Stadtmorphologie befasst sich mit den Siedlungs- und Stadtformen sowie mit den physischen Formungsprozessen innerhalb der Siedlungskörper. Gegenstand ist somit die Struktur der Bebauung, die Parzellenbildung als Grundlage für Bauten, die Gebäudetypologie und die Netze der Erschließung. Ein besonderer Schwerpunkt liegt in der historischen Analyse der Entwicklung und der Transformation von Stadtstrukturen. Fragen wie Welche Bauformen haben eine lange Lebensdauer und warum? oder Wie elastisch ist das vorhandene Gefüge zur Anpassung an neue Bedürfnisse? und Sind die Merkmale des vorhandenen Bautengefüges auch ein Maßstab für Neubauten? sind nur einige Aspekte, mit denen sich Stadtmorphologen befassen“ [Wikipedia:Stadtmorphologie].
stadtwachstum

Stadtwachstum der Stadt Köln über einen Zeithorizont von 142 Jahren [Zeile 2010, unter Verwendung von Curdes 1995]

Die Frage ist nun, warum sehen Städte so aus, wie sie heute aussehen und vor allem, wie sind diese Städte historisch gewachsen? Der geübte Planer erkennt vielfach den historischen Ursprung einer Stadt am Grundriss. Sofern dies nicht eindeutig erkennbar ist, so behilft er sich mit der Methode des Schwarzplanes. War dies früher eine sehr mühselige Arbeit, bei von ganzen Städten mithilfe eines Tuschestiftes die bebaute Fläche mit schwarzer Farbe nachgezeichnet worden ist, so haben Planer im Zeichen digitaler Planung nun die Möglichkeit, mithilfe digitaler Kataster diese Arbeit zu automatisieren. Jedoch ist dies in der täglichen Planungspraxis – meist projektbezogen – nur am Beispiel einer Kommune möglich. Ein Blick über die Grenzen ist schwierig, eine europäischer bzw. globale Sicht erscheint nicht möglich, da das Kartenmaterial oftmals nicht verfügbar ist.

An dieser Stelle stehen dem Planer nun heutzutage eine Vielzahl von neuen Werkzeugen zur Hand wie etwa GI-Systeme oder auch Satellitenbilder. Zusätzlich eröffnen sich durch nutzergenerierte Daten eine Vielzahl an neuen Anwendungen. Hier wäre das das „Openstreetmap (OSM)“ Projekt anzuführen, welches frei nutzbare Geodaten für jedermann zu Verfügung stellt und damit eine Grundlage zum Erkennen der Stadtstruktur bildet. Neben den klassischen, wichtigen Karteninhalten wie Straßenzüge, Wege und bebauter Fläche sind nun vielfach bei größeren Städten auch die Umrisse der einzelnen Gebäude abrufbar. Diese auf einem eigenen Layer organisierten Zeicheninhalte lassen sich schnell und einfach in einen Schwarzplan umgestalten um die Morphologie einer Stadt zu erkennen.

Ziel

Ziel des Masterkurses „Methoden der Raumbeobachtung“ ist es, die Entwicklung einer Metropole historisch aufzuarbeiten und diese im Kontext des „genius loci“ zu setzen. Dabei sollen folgende inhaltliche und technische Aufgaben bearbeitet werden:

  • Auswahl eines Stadttypus (Mittelalterliche Stadt, Autogerechte Stadt etc.) und Auswahl von 1-3 Referenzstädten
  • Erstellung einer Stadtstrukturanalyse mit Hilfe von OSM und/oder Schwarzplänen in Bezug auf den historischen Kern und die heutige Form. Hierzu können auch Satellitenbilder herangezogen werden (s. insb. Google Earth hist. Bilder)
  • Auseinandersetzung mit der Historie der Stadt im Rahmen eines Referates bei gleichzeitiger Identifikation einzelner Bauabschnitte der Stadt und Darstellung prägender Einflüsse/Entwicklungen (Urban Sprawl etc.)
  • Anfertigung einer Stadtwachstumssimulation idealtypische Weise z.B. in Google Earth oder mit ArcGIS CityEngine (Für MSc „Digitale Simulationsmodelle“)
  • Schriftliche Ausarbeitung „Stadtportrait“
  • Analyse der der historischen Entwicklung
  • Simulation über Google Earth, City Engine oder ähnlicher Software (Für MSc „Digitale Simulationsmodelle“)
  • Schriftliche Ausarbeitung und Abschlusspräsentation

Leistungen

Die Arbeit ist in Zweiergruppen auszufertigen.

Ansprechpartner sind Jan-Philipp Exner und Peter Zeile.

Literatur und Internetquellen

BENEVOLO, L.: Das Geschichte der Stadt. 1991.

CURDES, G.: Stadtstrukturelles Entwerfen, Kohlhammer, Stuttgart, 1995.

HOFRICHTER, H.: Stadtbaugeschichte. Stadtbaugeschichte von der Antike bis zur Neuzeit. 1982.

GOOGLE: Historische Bilder, aufrufbar unter: http://www.google.de/intl/de/earth/explore/showcase/historical.html

KOSTOF, S.: Das Gesicht der Stadt. 1992.

STREICH, B.: Stadtplanung in der Wissensgesellschaft. 2011.

ZEILE, P.: Echtzeitplanung. Kaiserslautern. 2010.

Be Sociable, Share!

One Response to “Urbane Morphologien |Wahlpflichtfach für beide Masterstudiengänge”

  1. […] feed Informationen für die Einführungsveranstaltung der Erstsemester (Bachelor Raumplanung)!Urbane Morphologien |Wahlpflichtfach für beide MasterstudiengängeVirtuelle Stadtzugänge | BDA-Gespräch mit Peter Zeile und Stefan HöffkenJour fixe zur […]

Leave a Reply

You must be logged in to post a comment.

preload preload preload