Apr 12

Die Lehrveranstaltung ‚Digitale Simulationsmodelle’ vermittelt die Anwendung Geographischer Informationssysteme sowie wichtige Kenntnisse im Umgang mit sogenannten Geodaten. Gleichzeitig soll der Fokus auf die Verortung von Geodaten am Beispiel kommunaler Finanzen und deren Ströme gelegt werden.

In vielen deutschen Kommunen ist die Situation momentan durch knappe finanzieller Mitte und damit auch von fehlenden Handlungsspielträumen der Politik und Planung geprägt. Die für Entscheidungen zugrundeliegenden Finanzdaten haben zwar oftmals räumlichen Charakter, werden jedoch meist in nicht-räumlichen Präsentationsformen dargeboten. „Daraus resultiert ein Mangel an raumbezogenem Wissen“ [Matatko 2009]. Ein Ansatz zur Behebung dieses „information lack“ kann sein, Daten aus dem kommunalen Haushalt mit sozio-demographischen Merkmalen zu verschneiden und dadurch neue Einblicke in räumliche Zusammenhänge zu erhalten.

In einer einführenden Phase werden typische GIS-Funktionalitäten demonstriert und geübt.

Hierzu zählen:

  • Datenaufbereitung
  • Georeferenzierung
  • Geocodierung
  • Datenerfassung und Datenmanipulation
  • Durchführen von attribut- und lagebezogenen Abfragen
  • Erzeugen von Datenrelationen
  • Durchführen von Geoanalysen
  • Präsentation von Daten

Die erworbenen Kenntnisse sollen in der folgenden Anwendungsphase zur Bearbeitung eines interessanten Semesterprojektes kreativ eingesetzt und erweitert werden, um der Fragestellung nachzugehen: „Wohin fließt unser Geld“? Dafür sollen Parameter mit direktem Geobezug (z. B. Investitionen in eine Immobilie) oder indirektem Geobezug (z. B. Gelder für Institutionen oder Projekte) zu Hilfe genommen werden, um beispielsweise darstellen zu können, ob und in welche Stadtquartiere knappe Finanzmittel verstärkt gelenkt werden. Hieran können sich vielfältige sozioökonomische und planungswissenschaftliche Forschungsfragen anschließen.

Leistungen

Neben der Einarbeitung in die Softwareumgebung von ArcGIS soll sich auch mit dem Thema „Kommunalfinanzen und deren räumlichen Verortung“ auseinandergesetzt werden. Die zu bearbeitenden Parameter werden von den wissenschaftlichen Mitarbeitern des Lehrstuhls Stadt-, Regional- und Umweltökonomie (Benjamin Holler und Stephan Brand) in einer kurzen Einführungsveranstaltung erläutert. Ergebnisse sollen verständliche Kartenwerke sein, die die Finanzverteilung (ggf. auch die Finanzentwicklung) innerhalb einer Stadt auf ansprechende Art und Weise visualisieren, mit zusätzlichen Rauminformationen versehen und dadurch politischen Entscheidungsträgern als auch Planern eine hilfreiche Grundlage zur Kommunikation und weiteren Planung an die Hand geben.

Bearbeitbare Parameter können sein:

  • Kultureinrichtungen (Theater, Museen, usw.)
  • Bildungseinrichtungen (Schulen, Bibliotheken, Kitas, usw.)
  • Freizeiteinrichtungen (Spiel- und Sportplätze, Schwimmbäder, usw.)
  • Gebäudewirtschaft allgemein (Investitionsverhalten, Funktionsteilung, usw.)
  • Sozialbereich allgemein (Projekte, Förderangebot, usw.)

Das Seminar ist in Zweier-Gruppen zu bearbeiten und soll neben den produzierten Karten auch eine kurze wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dem Thema Geofinanzen und den Nutzen für die (räumliche) Planung umfassen. Abgabe nach Absprache zum Semesterende.

Termine

Am 25.04.12 um 15.00h wird die Einführungsveranstaltung im CPE-Lab durchgeführt. Nähere Infos hierzu auf unserer Website.

Literatur

Matatko, Anja: GeoFinanzen: Unterstützung kommunaler Entscheidungsprozesse durch kartographische Präsentation von Finanzdaten. RealCORP 2010. Wien. 2010. http://corp.at/archive/CORP2010_15.pdf

Rat für Sozial- und Wirtschaftsdaten: Arbeitsgruppe Georeferenzierung von Daten (Geodaten), online unter http://www.ratswd.de/Geodaten/, zuletzt abgerufen am 04.10.2012.

BBSR-Berichte KOMPAKT: Georeferenzierung von Daten,  online unter http://www.bbsr.bund.de/BBSR/DE/Veroeffentlichungen/BerichteKompakt/berichtekompakt__node.html?__nnn=true, zuletzt abgerufen am 04.10.2012.

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