Apr 11

Im Fachbereich ARUBI haben Studierende der Studiengänge Raum und Umweltplanung und Architektur in einem interdisziplinären Projekt den Campus der TU Kaiserslautern virtuell modelliert und in den “3D Erdbrowser” Google Earth integriert.

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Google Earth ist ein sogenanntes Virtual Earth System, das dem Nutzer in seinen Grundfunktionalitäten kostenlos zu Verfügung gestellt wird. Neben der freien Navigation und der Möglichkeit hochauflösende Luftbilder auf einem digitalen Geländemodell zu betrachten, bietet das Programm dem Nutzer die Möglichkeit, eigene Inhalte, sogenannte Placemarks und Bilder zu integrieren. Weiterhin können mit der von Google zu Verfügung gestellten Software “Google Sketchup” auch Gebäude dreidimensional erstellt und mit fotorealistischen Texturen versehen und in dem Modell positioniert werden. Die gesamte Datei wird in der so genannten Keyhole Markup Language im KML- oder KMZ-Format gespeichert und kann ähnlich wie eine Internetseite in dem Geobrowser geöffnet werden.

Ausschlaggebend für die Erstellung des TU-Campus war der von Google ausgelobte Wettbewerb “Build Your Campus in 3D”. Hierbei wurden Studierende aus den USA vor die Aufgabe gestellt, ihre eigene Universität zu modellieren. Zusätzlich zu der primären Konstruktionsaufgabe mussten Rahmenbedingungen wie die gute Wiedererkennbarkeit, eine geringe Datengröße der Gesamtdatei von maximal fünf Megabyte eingehalten werden. Da der Geltungsbereich des Wettbewerbs auf die USA beschränkt war, wurde am Lehrstuhl für Computergestützte Planungs- und Entwurfsmethoden in Raumplanung und Architektur, cpe, von Prof. Dr.-Ing. Bernd Streich, die Idee entwickelt, trotzdem unter den vorgegebenen Rahmenparametern ein Universitätsmodell zu erstellen. Eine Gruppe von sechs Studierenden unter der internen Projektleitung von Cand.-Ing. Jan Exner und Tony Poesch organisierte den gesamten Erstellungsvorgang selbstständig.

uni3d Gruppenbild

Projektgruppe: Daniel Walter, Sascha Gläser, Michael Zach, Katarzyna Morzynska, Tony Poesch, Jan Exner

Die Arbeitsgruppe ermittelte die Gebäudehöhen mithilfe von Laserdistanzmessungen, legte eine Fotodatenbank der Universitätsgebäude an, korrigierte die Aufnahmen zu orthogonal projizierbaren Texturen und modellierte die Gebäudehüllen. Als zusätzliche Hilfe konnte auf gescannte Katasterkarten und vorhandene Pläne zurückgegriffen werden, um die Genauigkeit der dreidimensionalen Modelle zu erhöhen.

Neben der reinen Erstellung integrierten die Studierenden zusätzliche Informationen wie wichtige Busrouten durch das Universitätsgelände, Fachbereichsverteilung und Gebäudeinformationen, um eine höhere Informationsdichte im Modell zu gewinnen. Vorbild für diese Vorgehensweise war das Prinzip der Geografischen Informationssysteme (GIS) wie sie z.B. in der Raumplanung zum Einsatz kommen. Ziel für die Zukunft ist es, weitere Daten und Informationen einzupflegen, um letztendlich eine Art Universitätsinformationssystem zu erstellen, das den Studierenden, Mitarbeitern und Besuchern als digitale Navigationshilfe zur Seite gestellt wird und die Orientierung auf dem Campus erleichtern soll. Ein weiterer Gedanke ist, dass das Informationssystem Studienbewerber im Vorfeld schon besser über die TU, den Campus und die Fachbereiche informieren könnte, und so die Entscheidung, die TU Kaiserslautern als Studienort zu wählen, positiv beeinflussen kann.

Ein weiterer Baustein könnte anschließend die Integration des TU-Modells in das im Aufbau befindliche gesamtstädtische 3D-Stadtmodell von Kaiserslautern sein. Abschließend konnte nach der Veröffentlichung der Siegerprojekte aus den USA festgestellt werden, dass im Vergleich zu prämierten Arbeiten von der Qualität auch die Projektgruppe der TU Kaiserslautern im Kreis der Favoriten hätte mithalten können. Leider ist eine europäische Auslobung bisher nicht in Sicht. Trotz dieser Voraussetzung entstand durch den interdisziplinären Ansatz von Architektur und Raumplanungsstudierenden ein realistisches Digitalmodell der TU, von dem in Zukunft die ganze Universität und vielleicht die ganze Stadt profitieren können.

Stimmen aus der Presse

Autor: Peter Zeile | Quelle Unispectrum

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